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Andreas Weidner - Tierwesen

Andreas Weidner, Roter Stier 1999, 70 X 100, Mischtechnik / Papier
Andreas Weidner, Roter Stier 1999, 70 X 100, Mischtechnik / Papier


Mittwoch
01.10.03
19:00 Uhr bis
08.11.03
AUSSTELLUNG
2. Oktober bis 8. November 2003


ORT: Chausseestraße 128, 10115 Berlin-Mitte
Öffnungszeiten: di - fr 10 - 18 Uhr; sa, so 10 - 16 Uhr


In der Malerei der sogenannten Hochzivilisationen sind Tiere eigentlich immer nur Staffage, Beiwerk. Reittiere etwa, oder Schafe, ihre gemächlich heimkehrenden Hirten begleitend, oder Rinder, friedlich in der Abendsonne wiederkäuen. Immer domestiziert, Beigabe. Stimmungen unterstreichend, oder die Person des Menschen erhöhend oder dessen Attribute symbolisierend.
Andreas Weidner, Roter Reiher 2000, 70 X 100, Mischtechnik / Papier
Ganz anders die archaischen Anfänge der Kunst, wo das Tier das zentrale beseelte Wesen gegenüber dem Menschen war: Beute oder göttlicher Bote, Geheimnis und Gefahr, Lebensquell und tödliche Bedrohung.
Die unmittelbare religiöse Ergriffenheit des Künstlers erkennt im Tier den Bruder, die Schwester, von denen wir uns so weit entfernt haben, die wir verfolgen, schänden, ausrotten.

Die neue Malerei knüpft an diese archaischen Erfahrungen und Begegnungen wieder an. Picasso, Braque, Rousseau usw. Oder auch Franz Marc mit seinen berühmten Tierbildern: die Natur, bedrängt und bedroht von moderner Zivilisation.

Und so malt auch Andreas Weidner Tiere: Auf sich selbst zurückgeworfen, nur sie selbst seiend, niemals Staffage, niemals nur Symbol menschlicher Eigenschaft. Auch nicht beliebig austauschbarer Bestandteil einer Herde. Bei Andreas Weidner sind sie - ohne daß sie Individuen werden - immer unverwechsel-bare, im Mittelpunkt stehende Archetypen. Wesen. Beseelte Lebewesen. "Animalia" in der Tiefe ihrer Existenz, voller Schönheit, Eleganz und Kraft, und auch Gefahr und Aggression. - Ruhendes und zum Sprung bereites Leben.



Andreas Weidner, Tiergruppe 2, 1998, 140 x 230, Öl auf Leinwand
Andreas Weidner, Tiergruppe 2, 1998, 140 x 230, Öl auf Leinwand



Andreas Weidner wurde 1953 in Düsseldorf geboren.

Er studierte von 1976 - 1980 an der freien Kunststudienstätte Ottersberg Malerei und Plastik
und von 1984-1987 an FU Berlin Theaterwissenschaft.

Er lebt und arbeitet in Berlin
und hat seit 1988 an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen mitgewirkt,
u.a.: Freie Berliner Kunstausstellung, Atelier der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik Berlin, Galerie M Berlin, Kunsthalle Berlin, Galerie "96" Berlin-Luxembourg, Galerie Petersen und Partner Berlin, Galerie "Anton" Berlin, Galerie Otto Nagel Berlin, Galerie KONVEX 99 Berlin, Künstlerhaus Berlin


Andreas Weidner, Tiergruppe 1, 1998, 160 x 180, Mischtechnik / Papier
Andreas Weidner, Tiergruppe 1, 1998, 160 x 180, Mischtechnik / Papier



VERNISSAGE: Mittwoch, 1. Oktober 2003, 19:00 Uhr

FINISSAGE: Samstag, 8. November 2003

18:00 Uhr GOTTESDIENST in der Akademiekirche St. Thomas von Aquin
19:00 Uhr FINISSAGE am Ort der Ausstellung: Chausseestraße 128, 10115 Berlin-Mitte
20:00 Uhr JAZZKONZERT "deep strings - jazz'n funky music" Chausseestraße 128, 10115 Berlin-Mitte

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