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Thomas Werk: Amen




Mittwoch
10.08.05
20:00 Uhr bis
28.09.05
AUSSTELLUNG

10. August bis 28. September 2005
Di - Sa: 9:30 - 18 Uhr


VERNISSAGE:
Mittwoch, 10. August 2005, 20 Uhr


7 Bilder, 1 Monument






DIE BOTSCHAFT DES ENGELS

Thomas Werk versucht der Kunst das Göttliche wiederzugeben


Das Atelier ist weiß, an der Wand hängt ein Engel. Er beherrscht den Raum. Der riesige Tisch davor - fast ein Altar - ist leer. Thomas Werk arbeitet in der vierten Etage eines Hinterhauses, mitten in Berlin, Prenzlauer Allee. Doch es ist ruhig. "Der Engel ist ein Bote", sagt er. Er überbringt die Kunde davon, dass es noch etwas anderes gibt als nur die materielle Welt. Der Die Kunde von Gott. Für Thomas Werk könnte der Engel ein Selbstbildnis sein, denn seine Kunst hat genau das Ziel. "Der Mensch ist nicht, ohne das etwas über ihm steht." Die Transzendenz ist die Botschaft seiner Werke.
Seine Motive entstammen oft der Bibel, die Leidensgeschichte hat er in kalligraphi-schen Tuschezeichnungen abgebildet, Hiob, Maria und eben der Engel finden sich in seinen Bildern. Warum der Rückgriff auf das Bekannte? Thomas Werk sieht darin einen wichtigen Schritt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. "Die bekannten Motive verweisen nicht auf den Künstler, sondern auf das Wesentliche, auf den über-geordneten Inhalt." Darum geht es ihm. Kunst ist für ihn im Ergebnis nicht Selbstverwirklichung, sondern Verweis die großen menschlichen Erfahrungen und auf die Gotteserfahrung. "Kunst kommt von Kultus", sagt Werk. Darauf möchte er sich mit seiner Arbeit besinnen. Nicht nur bildnerisch, sondern auch schriftstellerisch.

In einer aktuellen Arbeit hat er dabei auch Anleihe bei der Antike genommen. "Odysseus" heißt ein aktuelles Text-Werk. "Das Motiv der Irrfahrt hat mich gereizt", sagt er. Die Bedeutung, die Allgemeingültigkeit eines Inhalts, daran feilt er, sie steht für ihn hinter der vermeintlichen künstlerischen Originalität oder Genialität zurück.
Thomas Werk (Jahrgang 1971) gehört nicht zum Mainstream der Berliner Kunstszene. Vor allem religiöse Motive sind ungewohnt. Er selbst hat erst vor vier Jahren zu ihnen zurück gefunden. Aufgewachsen ist er in Ostberlin mit einer evangelisch-christlich Prägung in sozialistischer Umgebung. Von der Religion hat er sich erst gelöst. "Ein normaler Abnabelungsprozess", sagt er heute. Wie der Weg zurück verlief, weiß er nicht. In Berlin hat er Kunst und Germanistik studiert. Schon immer hat er nebenher gezeichnet. Ab 1994 wendet er sich dem literarischen Schaffen zu. Er schreibt Gedichte und auch kurze dramatische Stücke, die er auf kleineren Bühnen vorträgt oder zur Aufführung bringt. Seit 1998 zeichnet er wieder. Kohle und Guache bevorzugt er. Damit kann man während der Arbeit nichts korrigieren. Alles ist echt, so wie es auf dem Papier landet. So sieht Thomas Werk seine Kunst.
Sein neustes Projekt sind Skulpturen, "Gebet" heißt eine Idee, eine andere heißt "Engel". Es könnten durchaus haushohe, monumentale Zeugnisse des Göttlichen in der Stadt werden. Thomas Werk winkt ab, als ob er selbst einen Schreck bekommt. "So was kann man nicht einfach machen, es muss entstehen", sagt er. "Eine Gemeinde oder Gruppe muss entdecken, dass so eine Skulptur richtig wäre." Er hat Angst, es könnte aussehen, er wolle nur sich selbst monumentalisieren. Aber er hat schon Menschen, die sich begeistern. Ein Pfarrer hat Feuer gefangen und ein Ingenieurbüro hat schon die Statik durchgerechnet. Damit die Botschaft Gestalt annimmt.

Volker Resing


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AUSSTELLUNG MIT KUNST UND GENUSS
Di - Sa: 9:30 - 18 Uhr
Kunst mit gutem Kaffee & Kultur.
Gesunde, preiswerte Snacks, Salate (Wellness&Healthyfood), selbstgebackener Kuchen, Brunches.

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